Zur Frage, ob Handwerker berechtigt sind ihre Aufträge ohne Kenntnis der Auftraggeber an Dritte zur Erfüllung weiterzugeben oder unter zu vergeben? Ein Beispiel dazu: Eine Immobilienverwaltungsfirma beauftragt eine bestimmte Firma einen Zaun zu bauen. Diese Firma beauftragt wiederum ein anderes Unternehmen den „Auftrag Zaunbau“ auszuführen, ohne allerdings die Immobilienverwaltung darüber zu informieren. Nun kommt das dritte Unternehmen zur Erledigung des „Auftrag Zaunbau“ an das entsprechende Grundstück – sehr zum Ärgernis und allgemeinen Missverständnis der Hausbewohner sowie der Mitarbeiter in der Immobilienverwaltung.
 
Hat da also jemand einen Fehler gemacht?
 
Nein, obwohl die ursprünglich beauftragte Firma erwartet war und eine andere vor Ort ist, hat alles seine Richtigkeit. Es stellt sich nun also die Frage, ob gerade unter Handwerkern, mit denen üblicherweise ein Werkvertrag nach §§ 631 ff. BGB geschlossen wird, die Möglichkeit besteht, dass diese ihren „Auftrag“ ohne Kenntnis des Gläubigers als „Auftraggeber“ weitervergeben an Sub-Unternehmen oder sonstige Dritte? Gerade bei Handwerkern, so könnte man  meinen, kommt es auch darauf an, dass auch derjenige Handwerker, den der Auftraggeber ausgesucht hat, in dessen Fähigkeiten er also auch das nötige Vertrauen hat, die Arbeit ausführt. Im BGB ist in § 267 geregelt, dass grundsätzlich auch ein Dritter die Leistung bewirken kann, wenn der Schuldner nicht in Person zu leisten hat. Aus dem BGB als dem hier anzuwendenden Gesetz ergibt sich aber nicht, dass der Werkerbringer als Schuldner „in Person“ zu leisten hat. Deswegen ist es auch bei der Beauftragung von Handwerkern grundsätzlich erlaubt, dass diese ein weiteres Unternehmen mit der Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten betrauen oder dass der Meister seinen Gesellen schicken kann, statt selbst die Arbeiten zu tätigen. Aus dem zuvor Dargestellten ergibt sich nun für diejenigen, die einen Handwerker die Erbringung seiner Leistung wegen seines besonderen handwerklichen Geschicks und seiner fachlichen Fähigkeiten beauftragen, vorsorglich und zusätzlich die „Leistung in Person“ zu vereinbaren. Dann gilt diese vertragliche Vereinbarung vor der gesetzlichen Regelung, so dass der Gläubiger als „Auftraggeber“ die Leistung von Dritten nicht akzeptieren muss und ihm weitergehende Rechte zustehen, falls doch ein Dritter leisten würde. Dann hat weder ein Sub-Unternehmen noch der Geselle das Recht beim Gläubiger tätig zu werden, dies darf dann einzig der vertraglich vereinbarte Handwerker „in Person

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