Vielleicht schimpft der Mieter bei der Wohnungsrückgabe oder es gibt deutliche Meinungsverschiedenheiten vor Dritten und Zeugen. Peinlich, aber solch ein Wohnungsübergabetermin kann sehr sinnvoll für beide Parteien sein – Vermieter wie Mieter.

Für den Termin sollte die Wohnung leer und „besenrein“ (man darf auch saugen!) sein, außerdem frei von nachträglichen Einbauten der Mieter oder Verzierungen jeder Art (Klebebilder an Kacheln, Fensterbildern).

Ein Wohnungsübergabe-Protokoll hilft den Zustand der Wohnung zu dokumentieren. Fotos können heute mit Handys gemacht werden und zum Anhang eines solchen Protokolls erklärt werden.Achten Sie auf eine Datumsfunktion, zur Not halten Sie eine aktuelle Tageszeitung mit deutlich sichtbarem Inhalt und Datum in die Kamera.

Am besten hält man den Zustand der Wohnung schon bei Einzug fest und erhält quasi als „Dritter“ und neuer Mieter das Protokoll zwischen Vermieter und Vormieter.

Die Zählerstände sind genauso festzuhalten wie die Funktionstüchtigkeit von Geräten, Markisen, Rollläden und anderen technischen Einrichtungen.

Abnutzungen sind oft kein Mangel. Hierfür hat der Vermieter ja einen Teil der Miete erhalten. Bohrlöcher sind grundsätzlich zu dulden, aber vom Mieter zu schließen.

Beanstandungen sollten offen besprochen werden und ein Zeitrahmen festgelegt werden, wann die „Mängel“ zu beheben sind.

Der letzte Satz sollte dann lauten:

„….im Übrigen sind keine Mängel in der Wohnung vorhanden und die Wohnung wurde in vertragsgemäßem Zustand zurückgegeben……..UNTERSCHRIFT“

Beide Parteien, vielleicht sogar der Nachmieter, bekommen gleichlautende Protokoll-Abschriften ausgehändigt (Beweisfunktion).

Wenn bis dahin noch nicht geschehen sollte der Mieter dem Vermieter auch seine neue Adresse mitteilen – es kommen ggf. noch Abrechnungen über Jahres-Nebenkosten per Post.

Hinweis: Spätere Geltendmachung von Mängeln ist ausgeschlossen. Das Protokoll hat eine Beweisfunktion. Fällt einem Vermieter später ein Mangel auf, den er hätte erkennen können, muss er ihn selbst beseitigen! (so beispielsweise Landgericht Braunschweig, Zeitschrift WuM 1997, S. 470)

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