Viele Schiffsfonds sind in den vergangenen Jahren in Schieflage geraten, wenn nicht gar gekentert, um es mit maritimen Begriffen zu umschreiben. Schuld hieran ist nicht nur die Wirtschaftskrise. Oftmals war bereits die Konzeption des Fonds fragwürdig. Regelmäßig wurden die Anleger nicht ordentlich und fehlerfrei beraten. Auf die Risiken eines solchen Fonds wurde, wenn überhaupt, nur beschwichtigend eingegangen. Das immense Rückvergütungen an den Vertrieb, insbesondere den beratenden Vermittler oder die Bank, flossen, wurde gänzlich verschwiegen. Ist auch nicht gerade ein verkaufsförderndes Argument, wenn man berichten muss, dass um die 10%  der Anlagesumme über Umwege wieder bei der Bank landen – manchmal mehr als 20% des Eigenkapitals rechnerisch für Vertriebsprovisionen gleich zu Anfang dem Fonds verloren gehen. Solch hohe, sogenannte“ weiche Kosten“, sind bei geschlossenen Fonds, insbesondere Schiffsfonds keine Seltenheit. Nach seiner Entscheidung, Aktenzeichen XIV ZR 262/10, stellte der Bundesgerichtshof endgültig klar, dass Banken, sobald sie Rückvergütungen im Zusammenhang mit der Vermittlung von Anlageprodukten verschweigen, eine Aufklärungspflichtverletzung begehen, die regelmäßig auch schuldhaft begangen wird oder wurde und ursächlich für die Kaufentscheidung des Anlegers war. Hierbei reicht es schon aus, dass die Bank nicht darüber informiert, dass sie über Umwege Teile oder das ganze Agio vereinnahmt. Bei Provisionen ab 15% ist jeder, ob Vermittler, Berater, und/ oder Bank verpflichtet, auf die hohen Vertriebskosten im Vorhinein hinzuweisen. Betroffene Anleger sollten zügig kompetente anwaltschaftliche Hilfe in Anspruch nehmen, da die Verjährungsfrist läuft. In vielen Fällen kann, dank der rechtlich günstigen Lage für Anleger, schnell und unkompliziert geholfen werden.

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