Kommt es bei der Ausführung von Programmierungen zu Verzögerungen, kann der Besteller nach § 323 BGB wegen Verzugs vom Vertrag zurücktreten. Zuvor muss er allerdings dem Programmierer und Ersteller der Software eine angemessene Frist (14 Tage, ggf. je nach Projekt und Umfang auch mehr) zur sog. „Erfüllung/Leistung“, „Nacherfüllung“ setzen. („Fordern die Fertigstellung bis zum….“). Bei nur unerheblichen (1-2 Tage) Verzögerungen wäre es aber treuwidrig vom Vertrag zurückzutreten. In der Praxis ist solch ein Fall eher selten. Die Ausführungen verzögern sich wegen (vermeintlich) nicht vorhersehbarer Umstände oder weil der der Besteller häufig seine Mitwirkungspflichten verletzt hat.

Es empfiehlt sich je nach Projekt die einzelnen Mitwirkungspflichten so gut wie möglich im Vorfeld zu dokumentieren und zum Bestandteil des Vertrages werden zu lassen. (z.B. Zugang, Strom, Öffnungszeiten, Verfügbarkeit von Daten (in entsprechenden Formaten), Personal, Ansprechpartner). Damit erhalten die Mitwirkungspflichten auch eine andere Gewichtung, denn wenn die Pflicht, z.B. einen Mitarbeiter und Daten zu stellen schriftlich fixiert wird, wird juristisch betrachtet aus einer möglichweise nicht extra einklagbaren „Nebenpflicht“, bzw. „Obliegenheit“ eine Hauptleistungspflicht des Bestellers.

Hier ist Phantasie und eine Vorstellung des Organisationsablaufes gefordert, die bei „Einzelprojekten“ oft fehlt, insbesondere wenn keine Erfahrungswerte mit Kunde und Projekt vorliegen. Bei Standartaufträgen werden Mitwirkungspflichten oft schon katalogartig vordefiniert, wobei aus unseren Erfahrungswerten, dies oft den Softwarebesteller etwas überfordern kann.

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