Gesetzliche Zusammensetzung von Schmuckwaren

Die Qualität eines sog. Schmuckerzeugnisses wird an seiner Zusammensetzung gemessen, gleichwohl darf nicht jede Zusammensetzung angeboten werden. Es gelten europaweite Bestimmungen die z.B. Höchstgrenzen für bestimmte chemische Zusammensetzungen festlegen, z.B. die Höchstgrenze für Nickel. Zahlreiche Menschen reagieren allergisch auf bestimmte Nickelhaltige Schmuckstücke, gerade wenn diese auf der Haut getragen werden. Werden solche Höchstgrenzen oder bestehende Richtwerte überschritten kann auch schon das Anbieten und Verkaufen solcher Waren verboten sein (Inverkehrbringen). Das wird häufig mit wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen oder behördlichen Strafen geahndet.

Nickel

Die in Deutschland zulässigen Höchstkonzentrationen von Nickel in Schmuck sind in Anlage 5a zu § 6 Nr. 4 der Bedarfsgegenständeverordnung geregelt. Diese Verordnung ist auf Grundlage der europäischen „Nickelrichtlinie“ 94/27 EG entwickelt worden. Der Richtwert beschreibt die maximal zulässige Freisetzung (Lässigkeit) von Nickel auf der Haut, die gerade noch als zulässig erachtet wird.

Höchstgrenzen

Höchstwert für nickelhaltige Schmuckerzeugnisses, sog. „Bedarfsgegenstände“, die unmittelbar auf der Haut liegen
Die Höchstgrenze liegt bei 0,5 my Nickel pro Quadratzentimeter pro Woche, die freigesetzt werden dürfen von dem Schmuckstück (Bedarfsgegenstand), wenn dieses unmittelbar und länger mit der Haut in Berührung kommt (Ring, Halskette, Ohrringe)
Auch unterhalb dieser Schwelle mag es bei allergischen Personen bereits zu Reaktionen kommen. Die Beantwortung bleibt aber wohl einem Facharzt vorbehalten.

Nickelfrei!

Der BGH sagt jedenfalls in einem aktuellen Urteil eindeutig (Urteil v. 10. 4. 2014 – Az. I ZR 43/13 – nickelfrei), dass wen „nickelfreien Schmuck“ garantiert wird. Sich auch keine Spur Nickel nachweisen lassen darf.

Echten Schmuck richtig Anpreisen

Während Schmuck der nicht diesen Anforderungen entspricht wohl als rechtlich mangelhaft gelten kann und nicht mehr verkehrsfähig ist, so dass ein Juwelier ihn umtauschen muss, sollte bei der Beschreibung von Schmuck im Internet auch darauf geachtet werden, welcher Kategorie und Anpreisungsstufe der Schmuck zugeordnet wird. Enthält ein Erzeugniss mehr als 50 % eines Edelmetalls wird vom von „Echtschmuck“ bzw. z.B. Goldschmuck sprechen dürfen, ansonsten handelt es sich um „goldhaltigen Schmuck“, wenn das Gehalt unter 50% fällt.
Händler können sich hier für übertriebene oder falsche Angaben schnell haftbar machen.

Echtschmuck – ab wann ist ein Edelstein ein Edelstein?

Künstlich erzeugt, oder echt? Ein schwierige Frage, deren Beantwortung letztendlich wohl immer einem sog. „gemmologischem Gutachten“ vorbehalten bleibt. Wenn es sich aber um ein synthetisch gezogenen Edelstein im Schmuckgegenstand handelt, z.B. bei Rubinen, Saphiren und Smaragden, aber wohl auch bei Opalen müssen diese Synthesen extra gekennzeichnet sein. Alles andere wäre Betrug, bzw. arglistige Täuschung.