After Sales Management vor Gericht

Gerade im Bereich Handel, Handwerk, Gewerbe und Online-Shop bestand lange Beratungsbedarf, wie und wann ein Unternehmen beim Kunden nachfragen darf, ob es ihm denn gefallen hat, das gelieferte Produkt oder die erbrachte Leistung. Doch Nachfassen per Email ist wohl nicht mehr (so ohne Weiteres) erlaubt:

Mit dem Kammergerich Berlin (KG Berlin, Beschl. v. 07.02.2017 – Az.: 5 W 15/17) reiht sich nun das dritte Oberlandesgericht in eine Reihe von Entscheidungen ein: Die deutliche Antwort, an die Marketing- und Werbewirtschaft, den Handel und Dienstleistungen: „Nein!“ Kundenzufriedenheitsanfragen per E-Mail sind wettbewerbswidrig…
So hatten es bereits Richter in Dresden und Köln gesehen. OLG Köln (Urt. v. 19.04.2014 – Az.: 6 U 222/12) und OLG Dresden (Urt. v. 24.04.2016 – Az.: 14 U 1773/13).

Kundenzufriedenheit: „Hat es Ihnen geschmeckt?“

Fragt also ein Dienstleister, Handwerker oder Händler später beim Kunden nach, ob er mit der Leistung zufrienden war, z.B. per Email, so ist das eigentlich schon wieder Werbung im Sinne des Wettbewerbsrechts (UWG, Werberecht). Eine solche Kundenzufriedenheitsnachfrage soll schließlich vom Sinn her der besseren Kundenbindung dienen und im besten Falle den Absatz fördern.

Ausnahme: sehr sorgfältig arbeiten und ganze gezielt nachfragen

Nur wenn sich der Dienstleister eine vorherige ausdrückliche Einwilligung für spätere Email-Werbung beim Kunden holt, gibt es Ausnahmen im Gesetz. § 7 Abs.3 UWG.  Viele vergessen das.

Der Kunde hat mir doch seine Email gegeben….?!“

Die meisten Unternehmen übersehen diesen Tatbestand jedoch und meinen die vorhandenen „Kundendaten“, so z.B. die überlassene Email alleine reichten aus.

Viele Emaildatenbanken sind jedoch wertlos, wenn die (zusätzlich zu erfragende) Einwilligungen der Kunden, später auch noch Werbung zu erhalten fehlen.

 

Rechtsanwälte ZRWD aus Gießen beraten kleine und mittelständige Unternehmen im Bereich Mittelhessen zu verschiendenen Themen des Wirtschaftsrechts.