mietrecht makaber: Darf ich als Mieter nach meinem Tod in meiner Wohnung auch verwesen?

Diese recht makabre und verdrehte Frage, „ob ich als Mieter nach meinem Tod verwesen darf?”, war tatsächlich schon Thema einer überspitzten Diskussion zweiter Fortbildungen im Mietrecht. Nun geht es darum, zu klären, ob nach dem Tod eines Mieters die Erben eine Sonderreinigung eines sagen wir mal „Tatortreinigers“ zu zahlen hätten, mit anderen Worten, ob es einen Schadensersatz geben muss.

So wird der Fall schon deutlicher, als wenn Juristen diskutieren, ob das „Versterben und seine vielleicht zwangsläufige Folge eine Überschreitung des Mietgebrauchs, genauer des vertragsgemäßen Gebrauchs“ ist.

Was darf man mit einer Wohnung (gem. § 535 BGB) sonst noch so machen? Wo sind Grenzen?

Wie aus der Presse bekannt sein dürfte, sind größere Laubbäume in Tonnen auf einem Balkon, bzw. einer Dachterrasse nicht mehr davon gedeckt. Auch eine Sauna einzubauen ist nicht mehr (ohne Erlaubnis) möglich.

Das eigene Versterben, der Tod des Mieters in seiner (angemieteten) Wohnung und die Beseitigung etwaiger hierdurch eintretender Beeinträchtigungen stellt ein zufälliges Ereignis dar, das in die Risikosphäre des Vermieters fällt.

Auch mit solchen – gefühlt völlig unpassenden, abstrusen – Fragen müssen sich Juristen stellen, damit jetzt Erben und Hausverwalter eine deutliche Orientierung haben.

Die „Erben“ schulden keine Sonderreinigung!

LG, Berlin, Beschluss vom 05.10.2021 – 66 S 7/21

 

https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LG%20Berlin&Datum=05.10.2021&Aktenzeichen=66%20S%207%2F21